Madeira ist ein portugiesisches Archipel mit einer reichen Geschichte, die bis zu den Entdeckungsreisen des 15. Jahrhunderts zurückreicht. Bis heute findet man auf den Inseln Spuren dieser Ereignisse – von Festungen bis zum weltberühmten Madeira-Wein. Bist du neugierig auf die Geschichte? In diesem Artikel erfährst du mehr darüber!
Die (zufällige) Entdeckung Madeiras
Im Jahr 1418 segelten die portugiesischen Entdecker João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira entlang der afrikanischen Küste, als ein heftiger Sturm sie von ihrem Kurs abbrachte. Sie landeten auf einer kleinen, unbewohnten Insel: Porto Santo. Ein Jahr später, 1419, entdeckten sie Madeira selbst. Was sie fanden, war eine grüne Oase, bedeckt von dichten Wäldern. Der Name „Madeira“ bedeutet auf Portugiesisch „Holz“.
Die Entdeckung Madeiras war ein wichtiger Meilenstein für Portugal, das damals begann, sein Reich über die Ozeane auszudehnen. Prinz Heinrich der Seefahrer schickte Kolonisten, um Madeira zu besiedeln. Die Insel wurde eine der ersten Überseekolonien Portugals.
💡 Wusstest du schon? Porto Santo ist die älteste Insel des portugiesischen Archipels. Sie entstand vor rund 15 Millionen Jahren, während die Hauptinsel Madeira „nur“ etwa 5 Millionen Jahre alt ist. Beide Inseln sind vulkanischen Ursprungs.

Die Geschichte der Wirtschaft auf Madeira
Die Inseln haben eine strategische Lage im Atlantischen Ozean. Sie waren ein wichtiger Ort für den Seehandel und boten zugleich reiche natürliche Ressourcen. Im 15. Jahrhundert war Madeira ein zentraler Ausgangspunkt für portugiesische Entdeckungsreisen. Außerdem besaß Funchal einen bedeutenden Hafen, der über verschiedene Handelsrouten mit Europa verbunden war.
Man experimentierte mit verschiedenen Anbauprodukten. Weizen erwies sich als ungeeignet, aber der Anbau von Zuckerrohr florierte und wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die Zuckerproduktion zog Investoren aus ganz Europa an und war bis ins 17. Jahrhundert das wichtigste Exportprodukt der Insel. Doch schließlich ging die Blütezeit zu Ende – in Brasilien, damals eine portugiesische Kolonie, begann die Massenproduktion von Zucker. Eine wirtschaftliche Krise folgte, und viele Einwohner verließen Madeira.
Als die Zuckerproduktion weniger rentabel wurde, wandte sich Madeira einem neuen Produkt zu: dem Wein. Der verstärkte Madeira-Wein wurde berühmt für seinen einzigartigen Geschmack und seine lange Haltbarkeit. Selbst auf langen Seereisen blieb der Wein genießbar, was ihn in Europa, Amerika und sogar Asien sehr beliebt machte.
Eine schöne Anekdote besagt, dass George Washington, der erste Präsident der Vereinigten Staaten, Madeira-Wein trank, als er die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnete. Bis heute ist dieser Wein ein stolzes Produkt der Insel.
Die Geschichte des Nonnen-Tals auf Madeira
Hoch in den Bergen Madeiras liegt das Nonnen-Tal oder Curral das Freiras. Im 16. Jahrhundert diente dieser abgelegene Ort als Zufluchtsstätte für Nonnen, die vor Piratenangriffen flohen. Tiefe Schluchten und steile Felsen boten Schutz, während das Tal selbst fruchtbaren Boden für die Landwirtschaft hatte. Erst im 20. Jahrhundert wurde das Tal gut erreichbar, doch seine charmanten Traditionen – wie das jährliche Kastanienfest – sind bis heute erhalten geblieben. Heute gehört es zu den beliebtesten Orten Madeiras, mit atemberaubenden Ausblicken und einer Geschichte voller Widerstandskraft und Einfallsreichtum.
💡 Tipp! Von Funchal aus starten tolle Tagesausflüge ins Nonnen-Tal – absolut empfehlenswert!
Die verschiedenen Einflüsse in der Geschichte Madeiras
Madeira gehört heute zu Portugal, doch das war in der Geschichte nicht immer so. Im 16. Jahrhundert geriet die Insel unter den Einfluss der spanischen Könige Karl V. und Philipp II., infolge der Heirat der portugiesischen Prinzessin Catarina mit Philipp II. In dieser Zeit wurden Befestigungen gebaut, um die Insel vor Piraten und Angriffen zu schützen. Die Festungen São Tiago und São João Baptista sind Überbleibsel dieser Epoche.
Während der Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Madeira kurzzeitig von französischen Truppen besetzt. 1814 eroberten die Briten die Insel zurück und übergaben sie anschließend wieder an Portugal. Diese unruhige Zeit führte zu einem wirtschaftlichen Rückgang, doch die Weinindustrie blieb eine konstante Quelle des Wohlstands. Die Engländer bauten Handelsbeziehungen zu Madeira auf und machten den weltberühmten Madeira-Wein bekannt – ein wichtiges Exportprodukt des Archipels.

Die Moderne auf Madeira
Heute ist Madeira ein beliebtes Reiseziel – nicht zuletzt wegen des milden Klimas. Die Insel lockt Besucher mit ihren wilden Bergen, charmanten Dörfern und dem berühmten Lorbeerwald Laurisilva, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Auch die traditionellen „Levadas“, alte Bewässerungskanäle, die heute Wanderwege sind, erzählen die Geschichte der Landwirtschaft der Insel. Wandere entlang der Bananenplantagen, entdecke die malerischen Dörfer Madeiras und mache eine Bootstour, um Wale zu beobachten.
Die Kultur Madeiras ist bis heute lebendig geblieben. Feste wie das Blumenfest und das große Feuerwerksfestival bringen Farbe und Energie auf die Insel. Auch die lokalen Gerichte, wie der Degenfisch mit Banane oder das traditionelle Getränk Poncha, sind ein absolutes Muss für Besucher.




