Die Halbinsel Ponta de São Lourenço ist das vielleicht spektakulärste Naturdenkmal Madeiras. Hier wanderst du entlang monumentaler Vulkancliffs, erlebst den berühmten Wanderweg PR8, fährst Kajak oder machst eine unvergessliche Bootstour zum historischen Leuchtturm. In diesem Guide teile ich meine persönlichen Erfahrungen, praktische Tipps zum Parken und die besten Aktivitäten vor Ort mit dir.
Was genau ist die Ponta de São Lourenço auf Madeira?
Die Ponta de São Lourenço ist eine markante Halbinsel am östlichsten Zipfel von Madeira. Sie steht komplett unter Naturschutz und zeigt ein völlig anderes Gesicht als der Rest der Insel. Während Madeira sonst für seine üppigen, tiefgrünen Lorbeerwälder und schroffen Urzeit-Berge bekannt ist, erwarten dich hier karge, weite Hügelketten, raue Steilküsten und vulkanische Felsformationen in warmen Rottönen. Man fühlt sich augenblicklich wie auf einen anderen Planeten versetzt.
Das gesamte Areal ist sehr trocken und meist recht windig. Auf deiner Wanderung blickst du auf der einen Seite hinab auf die tosenden Brandungswellen des Atlantiks, während sich auf der anderen Seite tiefblaues, ruhigeres Wasser erstreckt. Halte unterwegs die Augen offen: Die Region ist ein Paradies für seltene Pflanzen und Seevögel – für Ornithologen ein absolutes Highlight auf Madeira. Es gibt auch ein paar versteckte Steinstrände, aber Vorsicht: Die Strömung des Atlantiks kann hier extrem ungemütlich sein.
Der mit Abstand beliebteste Weg, diese wilde Natur zu erkunden, ist der offizielle Wanderweg PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço. Die Route startet am Parkplatz Baía d’Abra in der Nähe des Fischerortes Caniçal. Der Trail führt dich vorbei an atemberaubenden Aussichtspunkten bis zur Oase Cais do Sardinha. Hier unten findest du eine kleine Bucht, eine Bootsanlegestelle und das gleichnamige Info-Zentrum samt Café.
Von dort aus kannst du auch die kleinen, vorgelagerten Inseln Ilhéu do Farol und Ilhéu da Cevada sehen. Auf der Ilhéu do Farol thront der älteste Leuchtturm Madeiras. Zu Fuß erreichst du ihn zwar nicht, aber du kannst dich ihm im Rahmen einer Bootstour vom Wasser aus nähern.
Mein persönlicher Tipp: Gönn dir auf halber Strecke eine Pause im Sardinha House Café & Snacks. Die Terrasse bietet einen grandiosen Blick und ist der perfekte Ort für ein kühles Getränk oder einen Snack, bevor du dich an den Rückweg machst.
Die Wanderung: PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço
Quer über die Halbinsel schlängelt sich ein gut ausgetretener Pfad: der berühmte PR8 Wanderweg. Die Route verläuft hügelig und wellenartig, ist aber mit einer soliden Grundkondition und gutem Schuhwerk für fast jeden problemlos machbar. Entlang des Weges reiht sich ein Fotomotiv an das nächste. Am Ende des Hinwegs erreichst du die geschützte Bucht Cais do Sardinha, die an ruhigen Tagen perfekt zum Abkühlen und Sonnenbaden einlädt. Direkt vor dem letzten, steilen Aufstieg zum höchsten Aussichtspunkt liegt zudem das kleine Café, in dem du dich stärken kannst.
Tipp: Ich bin die PR8-Wanderung auf Madeira ganz früh am Morgen zum Sonnenaufgang gelaufen. Zu dieser Zeit teilst du dir den Pfad nur mit einer Handvoll Menschen und das weiche Morgenlicht lässt die roten Klippen regelrecht glühen. Ab etwa 10:00 Uhr vormittags wird es spürbar voll auf dem Weg.
Da es sich nicht um einen Rundweg handelt, läufst du auf demselben Weg wieder zurück. Insgesamt legst du so rund 6 Kilometer zurück. Wer den Rückweg abkürzen möchte, hat jedoch eine tolle Alternative: Du kannst direkt an der Bucht am Endpunkt ein Boot zurück zum Startpunkt und Parkplatz nehmen.
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Der Startpunkt ist mit dem Auto hervorragend zu erreichen; von der Inselhauptstadt Funchal aus fährst du etwa eine halbe Stunde. Wenn du lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Madeira fahren möchtest, nimmst du einfach die Buslinie 113 der Busgesellschaft SAM ab Funchal.

Die besten Aktivitäten an der Ponta de São Lourenço
Abseits der klassischen PR8-Wanderung gibt es an der Ponta de São Lourenço noch einiges mehr zu erleben. Erst vom Wasser aus wird die gigantische Dimension der steilen Klippen und tiefen Meereshöhlen so richtig deutlich. Das hier sind meine absoluten Lieblingsaktivitäten:
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1. Geführte Kajaktour
Du willst die Halbinsel aus einer völlig neuen Perspektive erleben? Dann ist eine geführte Kajaktour ein echtes Abenteuer. Los geht es an der Marina Quinta do Lorde, von wo aus dich ein Wassertaxi bequem zur Cais do Sardinha bringt. Dort liegen die Kajaks bereits bereit und du paddelst gemeinsam mit einem professionellen Guide los.
Du gleitest vorbei an mächtigen Steilwänden, steuerst in kleine Höhlen hinein und genießt das glasklare Wasser. Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, was für eine sehr entspannte und persönliche Atmosphäre sorgt. Nach einer kurzen Einweisung und dem Anlegen der Schwimmwesten bist du etwa zwei Stunden auf dem Wasser aktiv.
Wir haben die Tour am Vormittag gemacht. Das Meer war spiegelglatt und der Blick vom Kajak hinauf zu den Klippen ist einfach unbeschreiblich.
Besonders cool: Bei dieser Tour ist auch ein Schnorchelstopp eingeplant. Die Ausrüstung wird gestellt, sodass du die fischreiche Unterwasserwelt von Madeiras Naturschutzgebiet erkunden kannst.
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→ Das sind unsere liebsten Kajak- & Schnorcheltouren auf Madeira


2. Wal- und Delfinbeobachtung
Madeira zählt weltweit zu den besten Destinationen für die Beobachtung von Walen und Delfinen. Während die meisten Boote in Funchal ablegen, starten einige der schönsten Touren direkt an der ruhigen Marina Quinta do Lorde.
Mit einem wendigen und schnellen RIB-Boot (Festrumpfschlauchboot) jagst du an der Küstenlinie der Ponta de São Lourenço vorbei hinaus auf den offenen Atlantik. Weil diese Boote deutlich kleiner, flacher und schneller sind als die großen Ausflugsdampfer, bist du viel näher am Geschehen, kannst flexibler navigieren und legst größere Distanzen zurück. Ein absolut rasanter und emotionaler Ausflug!
Solltest du im Sommer reisen, ist bei diesen Touren meistens auch ein kurzer Badestopp zum Schnorcheln im tiefblauen Ozean inklusive.
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3. Bootstour zum Leuchtturm
Vom Deck eines Bootes aus wirkt die Ponta de São Lourenço noch einmal ganz anders. Während dieser entspannten Bootstour fährst du ganz nah an der zerklüfteten Küste entlang, wirfst einen Blick in mystische Meereshöhlen und umrundest die unbewohnten Eilande vor der Spitze.
Highlight der Tour ist die Fahrt zum historischen Leuchtturm auf der Insel Ilhéu do Farol. Da diese kleine Insel streng geschützt ist, darf sie nicht betreten werden – die Sichtung vom Boot aus ist somit die einzige Möglichkeit, dieses wunderschöne Fotomotiv aus der Nähe zu bewundern.
Die Tour dauert etwa eine Stunde. Du kannst entweder direkt an der Marina Quinta do Lorde einsteigen oder die Tour am Ende deiner PR8-Wanderung an der Cais do Sardinha als bequemen „Rücktransport“ nutzen. So sparst du dir den anstrengenden Rückweg zu Fuß!
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Sonnenaufgang auf Madeira: Ponta de São Lourenço oder Pico do Arieiro?
Wenn du für den Sonnenaufgang auf Madeira früh aufstehen willst, stehen meistens zwei absolute Hotspots ganz oben auf der Liste: die Ponta de São Lourenço und der Pico do Arieiro. Beide Orte sind magisch, bieten aber ein völlig anderes Erlebnis.
Der Pico do Arieiro ist der absolute Klassiker für den Sonnenaufgang. Hier stehst du auf über 1.800 Metern Höhe hoch über den Wolken, während die bizarren Berggipfel wie Inseln aus einem Nebelmeer ragen. Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke in Orange und Pink färben, ist das ein unvergesslicher Anblick. Der Haken an der Sache? Du bist hier definitiv nicht allein. Besonders in der Hauptsaison drängen sich hier Hunderte Menschen für das perfekte Foto.
Die Ponta de São Lourenço bietet dir ein komplett anderes, viel ursprünglicheres Erlebnis. Hier stehst du nicht in den Bergen, sondern am östlichsten Klippenrand der Insel, mit freiem Blick auf den unendlich weiten Atlantischen Ozean. Als ich die PR8-Wanderung im Morgengrauen gemacht habe, hat mich vor allem die tiefe Ruhe fasziniert. Die Sonne kriecht langsam hinter dem Horizont hervor, taucht die vulkanischen Felsen in ein warmes, rötliches Licht, und außer dem Rauschen der Wellen und dem Schreien der Seevögel hörst du absolut nichts.
Mein persönliches Fazit: Wenn du das spektakuläre „Über-den-Wolken“-Foto suchst, fahre zum Pico do Arieiro. Wenn du dagegen eine friedliche, einsame Wanderung inmitten rauer, unberührter Natur ohne Touristenmassen genießen möchtest, ist die Ponta de São Lourenço die weitaus bessere Wahl.
Tipp: Check vor der Abfahrt im Dunkeln unbedingt die Webcams und das Wetter. Auf dem Pico do Arieiro kann es komplett neblig sein, während an der Küste der Ponta de São Lourenço beste Sicht herrscht. Pack dir für die Halbinsel aber wegen des starken Windes immer eine winddichte Jacke ein.


Anreise: Wie komme ich zur Ponta de São Lourenço?
Die Halbinsel liegt im Osten Madeiras und ist mit dem Auto von Funchal aus in etwa 40 Minuten unkompliziert zu erreichen. Dein Ziel ist der Parkplatz an der Baía d’Abra, wo der Trail PR8 offiziell beginnt. Ein Mietwagen auf Madeira ist dafür die flexibelste Lösung.
→ Alles zum Thema autofahren auf Madeira
Alternativ kannst du auch mit dem Bus anreisen: Die Buslinie 113 der Busgesellschaft SAM bringt dich von Funchal aus direkt zum Startpunkt.
Spezial-Tipp: Du kannst dich auch per Wassertaxi direkt vom Parkplatz zur Bucht am Ende der Halbinsel bringen lassen. Das Boot setzt dich direkt in der Nähe des Restaurants ab. Von dort aus kannst du entweder gemütlich die 3 Kilometer zurück zum Parkplatz wandern oder das Boot auch für den Rückweg nutzen.
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Parken bei der Ponta de São Lourenço
Wer den PR8 wandern möchte, parkt direkt an der Baía d’Abra am Ende der Landstraße ER109.
- Kostet das Parken Geld? Nein, das Parken am Startpunkt der Ponta de São Lourenço ist komplett kostenlos. Du zahlst lediglich für den Zugang zum eigentlichen PR8-Wanderweg. Seit 2026 ist hierfür eine vorherige Online-Registrierung und eine Schutzgebühr von 4,50 € pro Person verpflichtend.
- Wie viele Parkplätze gibt es? Direkt am Startpunkt gibt es zwei Parkplätze, die zusammen Platz für etwa 60 Autos bieten. Das klingt viel, reicht an gut besuchten Tagen aber bei Weitem nicht aus. Ist alles voll, parken die Besucher Stoßstange an Stoßstange entlang der Zufahrtsstraße ER109.
- Wann sollte man am besten ankommen? Aus eigener Erfahrung empfehle ich, früh da zu sein. Vor allem im Sommer füllen sich die Plätze ab 09:00 Uhr morgens rasant. Ich versuche meist, vor 08:00 Uhr vor Ort zu sein. Dann ergatterst du problemlos einen Parkplatz direkt am Trailhead und entgehst beim Wandern der Mittagshitze. Wenn du zum Sonnenaufgang kommst, hast du ohnehin freie Auswahl.
- Navigations-Adresse: Gib bei Google Maps einfach „Baía d’Abra parking“ oder „PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço“ ein. Beide Punkte leiten dich verlässlich zum Parkplatz am Ende der ER109.


Die beste Jahres- und Tageszeit für deinen Besuch
Ich habe die Ponta de São Lourenço mittlerweile zu verschiedenen Jahreszeiten besucht und die Unterschiede bei Temperaturen, Besucherandrang und Natur hautnah miterlebt. Grundsätzlich ist die Wanderung ganzjährig ein Highlight, aber ein paar Details solltest du beachten:
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- Zum Sonnenaufgang: Für mich die magischste Zeit. Die Temperaturen sind angenehm kühl, der Parkplatz ist leer und das warme Licht auf dem Vulkangestein ist ein Traum für jeden Fotografen.
- Zum Sonnenuntergang: Ebenfalls wunderschön. Die Sonne versinkt spektakulär hinter den Bergen Madeiras im Westen. Wichtig: Denk an eine Stirnlampe für den Rückweg, da es auf der Halbinsel keinerlei künstliche Beleuchtung gibt.
- Im Sommer: Im Sommer ist die Halbinsel am stärksten frequentiert. Zwischen 10:00 und 15:00 Uhr kann es extrem heiß werden, da es auf dem gesamten Weg keinen Schatten (keine Bäume!) gibt. Bring unbedingt ausreichend Wasser (mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Person) mit, trage eine Kopfbedeckung und nutze Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
- Im Winter: Eine fantastische Zeit zum Wandern auf Madeira! Die Temperaturen sind herrlich mild und es ist deutlich leerer als im Sommer. Da das Wetter im Winter schneller umschlagen kann, gehört eine Regen- oder Windjacke unbedingt ins Gepäck.
- Der Wind: Die Halbinsel ist dem Atlantik schutzlos ausgeliefert. Ein frischer Wind ist an heißen Tagen eine Wohltat, bei starkem Sturm kann es an den ungeschützten Klippenpassagen aber auch mal ungemütlich werden. Kontrolliere im Zweifel vorher den Windbericht.
- Bei Regen: Bei leichtem Nieselregen ist der Weg machbar. Nach heftigen Regenfällen können die steinigen Abschnitte und Stufen jedoch extrem rutschig werden. Bei Unwetterwarnungen solltest du die Wanderung lieber um einen Tag verschieben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Absolut! Die Ponta de São Lourenço gehört zu den beeindruckendsten Landschaften Madeiras. Der Kontrast zum sonst so grünen Rest der Insel mit den roten Klippen, vulkanischen Formationen und dem weiten Meerblick ist einmalig. Selbst wenn du nicht die ganze PR8-Wanderung machst, lohnt sich die Fahrt zum Aussichtspunkt am Parkplatz auf jeden Fall.
Der gesamte Weg (Hin- und Rückweg) ist etwa 6 Kilometer lang. Die reine Gehzeit liegt bei durchschnittlich 2 bis 2,5 Stunden. Wenn du dir Zeit für Fotos lässt oder eine gemütliche Pause im Sardinha House einlegst, solltest du insgesamt etwa 3 bis 4 Stunden einplanen.
Ja, für den PR8-Wanderweg wird eine kleine Erhaltungsgebühr von 4,50 € pro Person erhoben. Kinder bis einschließlich 12 Jahre wandern kostenlos. Die Tickets müssen vorab online über das offizielle Portal der Regionalregierung gebucht werden.
Die Wanderung wird als mittelschwer eingestuft. Der Weg ist hervorragend präpariert und an steilen Stellen gut mit Geländern gesichert. Allerdings geht es ständig bergauf und bergab, was auf die Knie gehen kann. Da es keinen Schatten gibt, kann die Wanderung an heißen Tagen deutlich anstrengender wirken, als sie eigentlich ist. Festes Schuhwerk (Wanderschuhe oder gute Trailrunning-Schuhe) ist Pflicht.
Ja! Am Ende des Hinwegs liegt an der Cais do Sardinha eine kleine, geschützte Bucht mit einer steinigen Badestelle. Hier kannst du dich wunderbar im Atlantik abkühlen. Achte jedoch immer auf den Wellengang und die Strömung, bevor du ins Wasser gehst.




