Frag jemanden, was du auf Madeira unbedingt machen solltest – neun von zehn Menschen sagen dasselbe: eine Levada-Wanderung. Die schmalen Bewässerungskanäle sind nicht nur wichtig für die Landwirtschaft der Insel, sondern bilden heute auch ein riesiges Netz an Wanderwegen.
In diesem Blog nemen wir dich mit durch alles, wat du über die Levadas auf Madeira wissen musst: Geschichte, Kultur, die schönsten Wanderungen auf Madeira, praktische Tipps und die beste Reisezeit.
Was ist eigentlich eine Levada?
Eine Levada ist ein schmaler Bewässerungskanal, der Wasser vom feuchten, regenreichen Norden Madeiras in den trockeneren Süden transportiert, wo Städte und Landwirtschaft liegen. Die ersten Levadas wurden bereits im 16. Jahrhundert gebaut – heute umfasst das Netz über 2000 Kilometer (!).
Entlang dieser Kanäle gibt es einen Wartungspfad. Ursprünglich für Bauern und Arbeiter gedacht, sind diese Wege inzwischen die bekanntesten Wanderpfade Madeiras. Neben dir plätschert das Wasser, die Natur verändert sich ständig, und du läufst durch Wälder, Täler, Tunnel und manchmal direkt entlang steiler Abhänge.


Ein Stück Geschichte: die Levadas auf Madeira
Madeira ist bergig und wild. Wasser gab es genug – aber hauptsächlich im Norden. Die Bauern im Süden hatten daher ein Problem: Trockenheit. Die Lösung? Clevere Kanäle, die das Wasser quer durch die Berge auf die andere Seite führten.
Jahrhundertelang wurde alles in Handarbeit gebaut: Männer hackten Wege in Felsen, oft in großer Höhe und unter gefährlichen Bedingungen. Keine Drohnen, keine Maschinen – nur Seile, Hammer und sehr viel Schweiß.
Heute werden die Levadas noch immer für die Bewässerung genutzt, haben aber zusätzlich eine neue Rolle: die eines touristischen Highlights. Die Levada-Wanderungen auf Madeira sind extrem beliebt und weltbekannt.
Warum eine Levada-Wanderung?
Neben der beeindruckenden Natur gibt es noch viele andere Gründe:
- Gut zugänglich: Viele Levadas sind relativ flach – perfekt für Anfänger oder Familien.
- Abwechslungsreich: Von kurzen Wegen durch Bananenplantagen bis zu mehrtägigen Bergtouren.
- Natur: Lorbeerwald, Wasserfälle, Klippen, Meerblick – alles dabei.
- Kultur: Du wanderst auf jahrhundertealten Wegen, die einst lebenswichtig für die Inselbewohner waren.
Kurz gesagt: Wenn du auf Madeira nur eine Sache machst, dann sollte es eine Levada-Wanderung sein.
Die bekanntesten Levadas auf Madeira
Es gibt Hunderte Routen, aber einige stechen hervor. Das sind die Klassiker, die auch in Reiseführern auftauchen – und das aus gutem Grund.
Levada do Caldeirão Verde (PR9)
Die Levada do Caldeirão Verde ist ein Klassiker im Norden. Die Route führt durch den UNESCO-geschützten Lorbeerwald. Unterwegs gehst du durch Tunnel, vorbei an Farnen und Moosen, und am Ende erwartet dich ein 100 Meter hoher Wasserfall.
- Länge: ca. 13 km (hin & zurück)
- Dauer: 4–5 Stunden
- Niveau: mittel
- Tipp: Taschenlampe mitnehmen! Die Tunnel sind dunkel und oft nass.

Levada do Alecrim
Die Levada do Alecrim ist die ruhigere Schwester der 25 Fontes. Weniger überlaufen, aber genauso schön. Die Route endet an der Lagoa Dona Beja, einem idyllischen Bergsee, wo du deine Füße abkühlen kannst.
- Länge: ca. 7 km
- Dauer: 2–3 Stunden
- Niveau: leicht
- Tipp: Ideal für Familien oder kürzere Wandertage.
Levada do Rei
Diese Levada führt durch eine Landschaft, die wie aus einem Filmset wirkt: riesige Farne, feuchte Luft, überall Moos. Oft ist es hier ruhiger – und die Natur ist einfach beeindruckend.
- Länge: ca. 10 km (hin & zurück)
- Dauer: ca. 3 Stunden
- Niveau: leicht bis mittel
- Tipp: Bei Nebel wirkt es noch magischer – aber Regenjacke mitnehmen!
Levada dos Maroços (der Mimosen-Weg)
Die Levada dos Maroços ist eine kurze, entspannte Wanderung nahe Machico. Besonders im Frühling erstrahlt die Route, weil du durch ein Meer aus gelben Mimosenblüten wanderst.
- Länge: ca. 6 km
- Dauer: ca. 2 Stunden
- Niveau: leicht
- Tipp: Kombinier es mit einem Mittagessen in Machico oder einem Sprung ins Meer.
Weniger bekannte Levadas
Du willst den Massen entgehen? Dann gibt es viele weniger bekannte Levadas, die mindestens genauso schön sind.
Levada do Moinho – Levada Nova
PR7 Levada do Moinho kombiniert zwei Levadas bei Ponta do Sol. Du läufst durch Täler, entlang Terrassenfeldern und sogar durch einen dunklen Tunnel. Weniger bekannt als die 25 Fontes – aber deutlich ruhiger.
Levada da Serra do Faial
Eine entspannte Wanderung in der Nähe von Camacha im Südosten Madeiras. Hier läufst du vor allem entlang von Feldern und Wäldern. Nicht spektakulär – aber wunderbar ruhig.
Levada da Rocha Vermelha
Eine anspruchsvolle und deutlich weniger bekannte Route. Lang, stellenweise steil und ein wenig abenteuerlich – aber die Ausblicke sind grandios.
Praktische Tipps für eine Levada-Wanderung
- Gute Schuhe! Wir haben schon so viele Leute in Flip-Flops gesehen – bitte nicht. Trage immer feste Wanderschuhe.
- Madeira hat Mikroklimata. In Funchal kann die Sonne scheinen, während du eine Stunde später in den Bergen im Nebel stehst. Regenjacke einpacken! Viele Punkte auf der Insel haben Webcams, die du prüfen kannst.
- Viele Levadas haben Tunnel. Bring am besten eine gute Taschenlampe oder eine Stirnlampe mit. Die Handy-Taschenlampe ist keine gute Lösung – im Notfall musst du telefonieren können.
- Entlang der bekannten Levadas gibt es manchmal Kioske, aber bei den meisten nicht. Immer genug Wasser und Snacks mitnehmen.
- Nicht alle Routen sind gut ausgeschildert. Karten offline speichern über AllTrails oder Maps.me.
Beste Reisezeit für Levada-Wanderungen
Madeira ist ein Ganzjahres-Wanderziel. Dennoch gibt es Unterschiede:
- Frühling (März–Mai): alles blüht – ideal für Blumenfans.
- Sommer (Juni–August): wärmer und trockener, beliebt bei Urlaubern.
- Herbst (September–November): ruhiger, immer noch grün und angenehm mild.
- Winter (Dezember–Februar): feuchter, aber die Natur ist besonders grün und die Wasserfälle sind kräftiger.
Häufig gestellte Fragen zu den Levadas auf Madeira
Meistens ja. Einige Abschnitte sind schmal oder verlaufen entlang steiler Hänge, aber oft gibt es Geländer. Bij Kindern gut aufpassen.
Nein. Die offiziellen PR-Wanderungen kosten inzwischen 3 € pro Person. Es gibt aber auch kostenlose Levadas, Mehr infos findest du in unserum Blog über die Gebühren.
Ja, viele Levadas sind flach und gut begehbar. Besonders geeignet sind kurze, leichte Routen wie die Levada dos Morocos oder die Levada dos Balcões.
Von einer Stunde bis über sechs Stunden, ganz wie du möchtest.
Fazit
Ein Madeira-Urlaub ist nicht komplett ohne eine Levada-Wanderung. Ob die berühmten 25 Fontes, das märchenhafte Caldeirão Verde oder eine ruhige Route wie die Mimosen-Levada – eine Levada Madeiras ist immer ein Erlebnis.
Die Kombination aus Natur, Kultur und Abenteuer macht diese Wanderungen einzigartig. Also: Schuhe anziehen, Taschenlampe einpacken, Snacks verstauen – und entdecken, warum eine Levada auf Madeira nicht einfach ein Weg ist, sondern ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.



