Der PR12 Caminho Real da Encumeada gehört zu den schönsten Bergwanderungen auf Madeira. Bei dieser anspruchsvollen Tour wandern Sie auf einem jahrhundertealten Königsweg entlang steiler Berghänge und vorbei an spektakulären Aussichtspunkten. Unterwegs genießen Sie den Blick auf Curral das Freiras, wandern durch den geschützten Lorbeerwald (Laurisilva) und können – wenn das Wetter es zulässt – den Gipfel des Pico Grande erklimmen. In diesem Guide erfahren Sie alles über die Route, die aktuelle Begehbarkeit, Parkmöglichkeiten, Eintrittspreise und nützliche Tipps.
Tipp: Starten Sie diese Wanderung so früh wie möglich. Morgens ist die Chance auf eine freie Sicht am größten und Sie haben bessere Karten, einen Parkplatz bei Boca da Corrida zu ergattern. Später am Tag ziehen oft Wolken aus dem Tal nach oben, sodass die Aussicht komplett verschwinden kann.
Madeira: Distanz, Dauer und Schwierigkeitsgrad
Der PR12 Caminho Real da Encumeada zählt für uns zu den schönsten und gleichzeitig forderndsten Wanderungen auf Madeira. Die Route folgt einem historischen Pfad, der vor Jahrhunderten als eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen der Insel diente.
Die offizielle Wanderung beginnt bei Boca da Corrida, einem Aussichtspunkt oberhalb von Curral das Freiras (dem Nonnental). Schon direkt am Startpunkt breitet sich ein grandioses Panorama über die höchsten Berge und tiefen Täler Madeiras vor Ihnen aus.
Unterwegs passieren Sie kleine Bergbäche, Abschnitte des Laurisilva-Waldes und die alten Steinpfade, die früher von Einheimischen, Händlern und Gutsbesitzern genutzt wurden. Da Sie sich dauerhaft auf einer Höhe zwischen etwa 830 und 1.323 Metern bewegen, bleibt der fantastische Blick auf das zentrale Bergland fast auf der gesamten Strecke Ihr ständiger Begleiter.
Aktuell ist der komplette PR12 vorübergehend gesperrt. Ein Teil der Strecke ist nicht begehbar, weshalb die offizielle Route nicht in voller Länge gelaufen werden kann. Sie können jedoch nach wie vor ein großes Stück ab Boca da Corrida wandern. Wir haben uns unterwegs für den Abzweig zum Pico Grande entschieden. Dieser Aufstieg hat es zwar in sich, belohnt aber mit einer absolut grandiosen Aussicht. Es ist eine ruhige Alternative zum PR1.
Für die Alternativroute zum Pico Grande gibt es auch eine geführte Tour. Diese entspricht genau der Strecke, die wir gelaufen sind.
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Die Wanderung wird als mittelschwer bis schwer eingestuft. Die Distanz ist ordentlich, es müssen einige Höhenmeter überwunden werden und manche Abschnitte führen direkt an steilen Abhängen entlang. Für den Gipfelsturm zum Pico Grande kommt ein knackiger Aufstieg hinzu, bei dem das letzte Stück über Felsen führt – hier klettert man gesichert an einem Stahlseil. Wer unter starker Höhenangst leidet oder kaum Wandererfahrung hat, für den ist diese Route eher weniger geeignet.
Sobald Sie den Gipfel erreicht haben, erwartet Sie ein grandioses Panorama. An klaren Tagen blicken Sie auf den Pico Ruivo, den Pico do Arieiro und im Grunde über die gesamte Insel. Bei guter Sicht lässt sich der Atlantische Ozean sogar auf beiden Seiten Madeiras erblicken.


Praktische Informationen
- Distanz: 25 Kilometer (Hin- und Rückweg)
- Alternative: Kürzere Wanderung ab Boca da Corrida in Richtung Pico Grande
- Dauer: ca. 6 bis 7 Stunden (je nach gewählter Route)
- Schwierigkeitsgrad: mittelschwer bis schwer
- Höchster Punkt: 1.323 Meter
- Tiefster Punkt: 830 Meter
- Routentyp: gleicher Hin- und Rückweg (kein Rundweg)
- Eintrittsgebühr: 4,50 € pro Person, Kinder sind kostenfrei – hier lesen Sie mehr darüber
- Achtung: Der offizielle PR12 ist derzeit teilweise gesperrt. Prüfen Sie vor dem Start immer den aktuellen Status der Wege.
Karte des PR12 Caminho Real da Encumeada

Die aktuelle Situation: Ein Teil des PR12 ist gesperrt
Bevor Sie losziehen, sollten Sie wissen, dass der gesamte PR12 aktuell nicht durchgehend begehbar ist. Ein Teilabschnitt in Richtung Encumeada ist aufgrund von Schäden durch vergangene Waldbrände gesperrt. Die Originalroute lässt sich daher momentan nicht komplett ablaufen.
Prüfen Sie deshalb kurz vor Ihrem Start unbedingt den aktuellen Zustand der Wege. Wanderpfade auf Madeira können wegen Wartungsarbeiten, Erdrutschen, Steinschlag oder schlechtem Wetter kurzfristig geschlossen werden.
Glücklicherweise bedeutet die Sperrung nicht, dass Sie diese Ecke Madeiras meiden müssen. Der alternative Pfad hoch zum Pico Grande ist eine hervorragende Option und steht dem Original in nichts nach.
Die Wanderung zum Pico Grande: Die Alternative zum PR12
Für die angepasste Route starten Sie ebenfalls am Aussichtspunkt Boca da Corrida und wandern in Richtung Pico Grande. Wir fanden diese Variante ideal, um die grandiose Landschaft rund um den PR12 zu erleben. Das erste Stück läuft sich gut an und liefert sofort tolle Ausblicke auf das zentrale Massiv.
Ab Boca da Corrida folgen Sie dem Bergpfad entlang der Steilhänge. Währenddessen blicken Sie hinab in das Tal von Curral das Freiras und auf die schroffen Gipfel um Sie herum. Nach etwa anderthalb Stunden erreichen Sie die Stelle, an der der offizielle PR12 wegen der Sperrung blockiert ist.
Hier beginnt der anstrengendere Teil hinauf zum Pico Grande. Der Pfad zieht deutlich steiler an und fordert regelmäßige Kletterzüge. Kurz vor dem Gipfel wartet eine kurze Kletterpassage über Felsblöcke, bei der ein angebrachtes Seil als Unterstützung dient. Für die meisten Wanderer ist das gut machbar. Wer sich an steilen, exponierten Stellen unwohl fühlt oder unter Höhenangst leidet, kann hier problemlos umdrehen.
Der Aufstieg wird oben auf dem Pico Grande mit einer grandiosen Rundumsicht belohnt. Da der Berg freistehend aus den umliegenden Gipfeln herausragt, überblicken Sie von hier aus fast ganz Madeira. Bei klarem Himmel sehen Sie die Bergketten im Inselinneren und gleichzeitig den Atlantik im Norden und Süden.
Ein großer Pluspunkt dieser Route: Es ist hier deutlich ruhiger als auf vielen anderen bekannten Wanderungen auf Madeira . Besonders auf dem Rückweg sind uns kaum andere Wanderer begegnet, sodass man die raue Natur ganz für sich genießen kann.

Parken am Startpunkt des PR12
Die Tour startet in Boca da Corrida. Hier gibt es einen kleinen, kostenfreien Parkplatz direkt am Einstieg. Sollten die wenigen Stellplätze belegt sein, wird meistens platzsparend am Straßenrand geparkt.
Die Anfahrt nach Boca da Corrida ist bereits ein Erlebnis. Die Straße ist eng, kurvenreich und streckenweise sehr steil. Mit einem normalen Kleinwagen war es für uns jedoch absolut machbar. Lassen Sie sich Zeit und genießen Sie die Fahrt.
Da die Parkplätze überschaubar sind, empfehlen wir ein frühes Aufbrechen. Das erleichtert nicht nur das Parken, sondern erhöht auch die Chancen auf freie Sicht. Am Nachmittag schieben sich oft Nebelwände aus den Tälern nach oben.
Startpunkt PR12
Praktische Tipps für den PR12
Diese Route ist spürbar anspruchsvoller als eine klassische Levada-Wanderung auf Madeira. Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus:
- Tragen Sie feste Wanderschuhe mit gutem Profil. Der Untergrund ist stellenweise rutschig oder uneben.
- Packen Sie ausreichend Wasser und Verpflegung ein. Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeiten oder Brunnen.
- Prüfen Sie vorab immer, ob die Route geöffnet ist. Wetterkapriolen oder Instandhaltungsarbeiten können zu kurzfristigen Sperrungen führen.
- Starten Sie am besten am frühen Morgen für die beste Sicht und stabiles Wetter.
- Falls Sie unter Höhenangst leiden: Stellenweise verläuft der Pfad direkt an steilen Berghängen entlang.
- Kleiden Sie sich im Zwiebellook. Auf dieser Höhe weht oft ein kühlerer Wind als unten an der Küste.
Trotz der Anstrengung gehört diese Tour für uns zu den beeindruckendsten Bergpfaden Madeiras. Da die Strecke fast durchgehend weite Blicke über das Landesinnere bietet, hält man ohnehin regelmäßig an, um die Landschaft zu genießen. Zudem ist dieser Weg kein klassischer Touristenmagnet, wodurch es hier deutlich ruhiger zugeht als auf anderen bekannten Wanderwegen der Insel.
Alternativen zum PR12 Caminho Real da Encumeada
Sollte der PR12 während Ihres Urlaubs gesperrt sein oder suchen Sie nach weiteren Wanderungen auf Madeira? Das sind unsere Favoriten:
- PR1 Pico do Arieiro – Eine der spektakulärsten Gratwanderungen Madeiras mit atemberaubenden Panoramablicken.
- PR17 Caminho do Pináculo e Folhadal – Eine lange Tour mit ähnlicher Distanz, die teilweise an einer Levada entlang und durch dichten Lorbeerwald führt.
- PR9 Levada do Caldeirão Verde – Eine klassische, sattgrüne Levada-Wanderung vorbei an Tunneln und Wasserfällen im Laurisilva-Wald.
- PR18 Levada do Rei – Eine entspannte und ruhige Wanderung durch eines der am besten erhaltenen Urwaldgebiete der Insel.
Mietwagen für die Wanderung
Ein Mietwagen ist mit Abstand die einfachste Option, um zum Startpunkt des PR12 zu gelangen. Von Funchal aus fahren Sie etwa 35 bis 45 Minuten bis nach Boca da Corrida. Da öffentliche Verkehrsmittel den Startpunkt kaum ansteuern, ist das eigene Auto die flexibelste Wahl.
Der große Vorteil ist, dass Sie Ihre Startzeit selbst bestimmen können. Wir empfehlen, früh loszufahren. Als wir gegen 9:00 Uhr auf dem Parkplatz ankamen, war es noch angenehm leer.
Die Tour nach Boca da Corrida lässt sich wunderbar mit weiteren Highlights im Zentrum und Süden Madeiras verbinden – sofern noch Kondition vorhanden ist. Dazu bieten sich Curral das Freiras, der Aussichtspunkt Eira do Serrado oder das Fischerdorf Câmara de Lobos an.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der offizielle PR12 ist derzeit teilweise gesperrt. Sie können einen großen Teil der Route ab Boca da Corrida wandern, der durchgehende Weg bis nach Encumeada ist jedoch vorübergehend dicht. Prüfen Sie den aktuellen Status vorab auf der offiziellen Website von Visit Madeira.
Der PR12 gilt als mittelschwere bis schwere Bergwanderung. Die Route verläuft durch alpines Gelände mit spürbaren Höhenunterschieden, schmalen Pfaden und teilweise steilen Abhängen. Wenn Sie den Gipfel des Pico Grande mitnehmen, kommt ein knackiger Aufstieg inklusive einer kurzen Kletterpassage am Seil hinzu. Eine gute Kondition sowie Trittsicherheit und feste Wanderschuhe sind Voraussetzung.
Die Wanderung beginnt am Aussichtspunkt Boca da Corrida. Direkt am Startpunkt befindet sich ein kleiner, kostenloser Parkplatz. Sollte dieser voll sein, kann an den Verbreiterungen der Zufahrtsstraße geparkt werden. Da die Plätze begrenzt sind, lohnt sich ein frühes Eintreffen am Morgen.
Definitiv. Viele Wanderer zählen den Aufstieg zum Pico Grande zu den landschaftlich schönsten Touren auf Madeira. Vom freistehenden Gipfel bietet sich bei klarem Wetter ein grandioser Rundumblick über das zentrale Massiv und bis zum Atlantik auf beiden Seiten der Insel. Das letzte Stück zum Gipfel erfordert allerdings etwas Kraxelei.




